Angst! Schlummersong

Foto: T. C. Breuer Die meisten Kabarettisten arbeiten sich gerne an Rap und Hip Hop ab, Trost bietet das sowieso keinen. Countrysongs hingegen kann man gleich auf Anhieb mitsingen, weil sie dank ihrer konsequenten Stumpfsinnigkeit meist übersichtlich strukturiert sind, und sich dabei Themen widmen, die einem subito eine Art Wohlfühlgefühl vermitteln – wie ein vertonter Kurort.

Für Sie gleich eine gute Nachricht: Sie müssen nicht mitsingen! Mitsingen wäre mir sogar eher unrecht. Country jedenfalls ist im Kabarett sträflich unterrepräsentiert, und Western geht es kaum anders. Und noch eine gute Nachricht: Das Lied ist gleichzeitig eine Hymne, eine Ode an Ihren jeweiligen Heimatort – und die überlasse ich Ihnen gerne. Sie müssen halt nur an den entscheidenden Stellen Ihren Heimatort eingeben. Gut, bei mehrsilbigen Ansiedlungen wie Übach-Palenberg oder Schönbühl-Urtenen wird das etwas schwieriger – dann müssen Sie eben komprimieren oder undeutlich singen.
And make no mistake: Ich liebe Country Music! Also von wegen Country & Lästern!

Der folgende Song stammt aus Bandera, Texas, aufgenommen 1952 von den legendären Prozac Brothers Tex & Dusty. Ich habe ihn übersetzt, das Thema damals schon: Angstverbewältigung in der Provinz. Eine Art Universal-Heimatlied. And here we go, one-two-three …

Angst! Schlummersong

Oh, _________, du machst mich schrecklich müde,
Denk ich an dich, fall’n mir die Augen zu.
Oh _________, das klingt vielleicht jetzt rüde,
Mir bringst du nur die ewige Ruh.

Nur selten läuft’s hier richtig aus dem Ruder
Kaum hat sich wer in irgendwas verstrickt.
Kommt mal kein Schlaf, dann kommt halt Schlafes Bruder
Und dabei ist noch jeder eingenickt.

Ref.
Dieser Ort hat ungeheuren Schlafbedarf,
Sag jetzt nicht, du hast das nicht gewusst.
Dieser Ort, der hält extremen Winterschlaf,
Der geht halt from September bis August.

Oh _________, du ersparst mir manchen Kummer,
Ansonsten schlaf ich einfach drüber weg.
Ich lieg wie du in allertiefstem Schlummer.
Und rühr mich über Stunden nicht vom Fleck.

Die meiste Zeit seh’ ich dich selig dösen,
Grad deshalb fühl ich mich so wohl bei dir.
Wer dauernd pennt, der kann sich niemals lösen,
Drum bleiben auch so viele Menschen hier.

Ref.
Dieser Ort hat ungeheuren Schlafbedarf,
Sag jetzt nicht, du hast das nicht gewusst.
Dieser Ort, der hält extremen Winterschlaf,
Der geht halt from September bis August.

Sei’s Scheidung, Ärger, oder ein Zerwürfnis –
Die kommen hier so gut wie gar nicht vor.
Davor schützt das riesengrosse Schlafbedürfnis,
Dann heisst es: Komm, wir legen uns aufs Ohr.

Jetzt wird es langsam Abend, es ist noch nicht mal acht,
Im Zentrum weit und breit kein Schwein zu sehn.
Du bist für mich der Ort, der einfach niemals wacht
Und längst bin ich zu müde, um zu gehn.

Ref.
Dieser Ort hat ungeheuren Schlafbedarf,
Sag jetzt nicht, du hast das nicht gewusst.
Dieser Ort, der hält extremen Winterschlaf,
Der geht halt from September bis August.

© Thomas C. Breuer Rottweil 25.09.2009 (IC S-MZ)